Respekt und Wertschätzung

02.05.2013

Der Gründer der Christlichen Gemeinde, Johan Oscar Smith (1871 – 1943), war ein Gegner von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, egal in welcher Form. Er verschloss seine Augen nicht davor, dass die Frauen sowohl in der Gesellschaft als auch in christlichen Versammlungen unterdrückt wurden.

Respekt vor dem Einzelnen war von Anfang an ein Grundwert in der DCG, unabhängig vom sozialen Hintergrund oder Familienstand, arm, reich, begabt oder weniger begabt oder von verschiedener ethnischer Herkunft. So wird es auch weiterhin sein.

Zu Johan O. Smiths Zeiten gab es in der Kirche und in anderen christlichen Versammlungen verbreitet die Haltung, dass Frauen in Versammlungen nichts sagen durften. Smith fand dafür keine Bestätigung in Gottes Wort. Hingegen fand er, dass Respekt und Gerechtigkeit das grundlegende Gerüst für das Gemeindeleben sind. Er schreibt in einem Brief an Elias Aslaksen vom 16. Januar 1917 u.a.: „Es wäre sehr niederdrückend, wenn man in der Gemeinde Frauen verbieten würde zu beten und zu weissagen (Zeugnis abzulegen, Anm. d. Red.) – was nicht einmal die Schrift verbietet. Eine solche Befugnis habe ich nie von Gott bekommen.“

Bei mehreren Gemeinden war er der Auffassung, dass dort Frauen am meisten Einsicht und Weisheit besäßen und deshalb wandte er sich gerne an sie. Dies war in seiner Zeit in den christlichen Versammlungen oft umstritten.

Paulus gab uns eine Arbeitsaufteilung im Dienst in der Gemeinde. Deshalb gibt es auch heute hauptsächlich männliche Vorsteher in der DCG. Aber auch hier sind wir nicht an den Buchstaben gebunden. Frauen können selbstverständlich in der Versammlung reden und sind oft Lehrerinnen in der Kinder- und Jugendarbeit.

Das Gemeindeleben heute

Wir legen Wert darauf, dass sowohl Mädchen als auch Jungen von ganz jung an die gleichen Möglichkeiten für Aktivitäten und in der Arbeit haben. In der Jugendaustausch-Organisation der Gemeinschaft namens YEP (Youth Exchange Program) wird das konsequent umgesetzt.

Unser Glaube an das Leben und die Zukunft spiegelt sich oft im Familienleben wider. Es gibt weder in unserer Theologie noch in unserer Kultur eine Regel, die besagt, dass Familien eine bestimmte Anzahl an Kindern oder dass sie überhaupt Kinder haben müssen. Obwohl wir traditionell gesehen für Familien mit mehreren Kindern bekannt sind, gibt es viele Ehepaare in der BCC, die wenige oder gar keine Kinder haben. Wir betrachten dies als eine völlig private Angelegenheit.

Die Ortsgemeinden haben heute sowohl Frauen als auch Männer in den Vorständen, so ist es auch im Hauptvorstand der BCC. Nicht, weil wir Frauen per Quote in die Vorstände wählen, sondern weil wir meinen, dass ein guter Vorstand davon abhängig ist, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Und nicht zuletzt damit man sich die Vielfalt auch im Rahmen der Vorstandsarbeit zu Nutze macht.

Was die Geschlechterrollen auch sonst in der Gesellschaft betrifft, unterstützen wir voll und ganz die Gleichberechtigung, den Respekt und die Gleichwertigkeit in allen gesellschaftlichen Organen und Funktionen des Gemeinwesens. Die Christliche Gemeinde fordert alle, egal welchen Geschlechts oder Alters, zu Enthusiasmus und Engagement auf. Wir meinen, dass es wichtig ist, dass sowohl Frauen als auch Männer eine Ausbildung machen und Aufgaben übernehmen, in denen sie aufgrund Ihrer Interessen, Begabungen und Möglichkeiten erfolgreich sein können.

Wenn es um Geschlechterrollen in der Gesellschaft geht, unterstützen wir die Gleichberechtigung, Respekt und Wertschätzung in allen Organen und Funktionen.