Begleite Lisbeth Johnsen in das Musikstudio von DCG Bergen, wo sie einen jungen Sänger trifft, der gerade dabei ist einen brandneuen Song zur Inspiration speziell der Jugendlichen einzusingen.
Am Ende eines gewundenen und steilen Weges, direkt am Ufer der wilden Nordsee, wo sich die Wellen heftig an den kleinen Inseln brechen, findet man ein altes, kleines Gebäude.
Während ich mich den erleuchtenden Fenstern nähere, höre ich leises Klavierspielen. Ich bin in DCG Bergens Musikstudio angekommen, wo ein paar Leute in der Wärme sitzen, auf ihren Instrumenten klimpern und aus vollem Halse singen. Aber was ist eigentlich ihr Job, dass sie sich Abend für Abend mit ihrer Audio- Ausstattung beschäftigen?
„Dies ist der beste Arbeitsplatz“ sagt Karethe Opitz, während sie mit ihrer Kaffeetasse in der Hand in den Sturm hinaussieht „richtig inspirierend – manchmal spritzen die Wellen bis ans Fenster.“
Karethe ist mitverantwortlich für die musikalische Arbeit in Bergen und heute wird ein neuer Song eingespielt.
„Das ist ein altes Lied, das von einem Mädchen in den 20-ern geschrieben wurde und von dem viele gefragt haben, ob wir ihn aufnehmen können.“
Karethe glaubt, dass der Grund dafür ist, dass sich viele mit diesem Lied identifizieren. „So wie ich ihn verstehe handelt er davon, dass, wenn man seinen eigenen Willen aufgibt und Jesus nachfolgt, Frieden ins Herz bekommt. Egal welchen Widrigkeiten des Lebens man begegnet, - man wird Freude erleben.
Ruben Holm Andersen (25) soll das Lied einsingen.
„Der Text des Liedes ist richtig gut“, sagt Ruben. „Man merkt, dass der Schreiber das Lied mit einem brennenden Wunsch geschrieben hat, Jesus zu folgen, egal was im Leben auf ihn zukommt.“
„Man merkt, dass der Schreiber das Lied mit einem brennenden Wunsch geschrieben hat, Jesus zu folgen, egal was im Leben auf ihn zukommt.“
Dann erzählt uns Ruben noch, dass er gerne singt und spielt und besonders die Lieder von Brunstad Christian Church. „Wenn man Lieder aus dem Liederbuch ‚Wege des Herrn‘ singt, das ist was ganz besonderes. In den Liedern ist eine gewaltige Kraft und die Lieder sind voller Zukunft und Hoffnung“.
Ruben geht in den kleinen isolierten Raum, in dem der Ton aufgenommen wird, und Karethe sitzt an der Technik und drückt auf viele Knöpfe und Schalter. Einen erkenne ich, das ist der ‚Rec‘ – Schalter. Er wird betätigt und wir hören leise Rubens Stimme aus dem isolierten Raum.
Es wirkt ganz schön trocken, alleine in einem dunklem Raum zu singen, aber dann ich darf ich den Kopfhörer ausleihen und höre dasselbe, das Ruben hört; einen schönen, fertigen Song, den Ruben durch seinen Gesang vervollständigt.
Für meine Ohren hört sich das sehr gut an, aber die professionellen Ohren sind offenbar nicht ganz zufrieden.
„Du musst dich in das Lied hineindenken.“
„Ruben komm nochmal kurz raus“, sagt Dag Helge, Musikverantwortlicher in Bergen. Der Sänger bekommt jetzt die Anweisung mit mehr Empathie zu singen. „Es reicht nicht nur zu singen, du musst dich in das Lied hineindenken“ weist Dag Helge ihn an.
„Empathie ist eine große Herausforderung“ sagt Karethe, „Wenn der Sänger die Botschaft weitergeben will, dann muss er sie auch verstanden haben und selbst damit beschäftigt sein.“
„Das Wesentliche ist, dass der Sänger sich damit vertraut macht, was der Verfasser mit dem Lied aussagen will.“ wirft Dag Helge ein. Ruben nimmt sich noch einmal Zeit den Text genauer durchzugehen, während Dag Helge frischen Kaffee kocht. Karethe erzählt, dass nach den Rückmeldungen die Lieder für viele große Bedeutung haben.
„Ich habe selbst oft erlebt, dass ich viel Hilfe von den Liedern bekommen habe, als ich es schwer hatte.“
„Heutzutage sind Jugendliche einer Menge schlechter Einflüsse durch Medien usw. ausgesetzt, die schädlich und geistlich und moralisch zerstörend sind. Dann brauchen sie vielleicht etwas Gutes und Sinnvolles, das sie in die andere Richtung zieht. Ich habe selbst oft erlebt, dass ich viel Hilfe von den Liedern bekommen habe, als ich es schwer hatte. In einem Augenblick kann das deine Gedanken verändern.“
Nach der Pause kommt Ruben zurück und ist bereit noch einmal zu singen. Er geht zu seinem Mikrofon und Karethe und Dag Helge setzen die Kopfhörer auf. Der erste Vers wird noch einmal gesungen und als die Aufnahme fertig ist schwingt Karethe sich auf ihrem Stuhl herum und sagt lächelnd: „ Das war viel besser, Ruben!“
Der Sänger findet, dass die Produzenten einen unglaublich guten Job machen: „Karethe und Dag Helge kommen mit wichtigen Rückmeldungen zu uns Sängern. Sie haben klare Ziele mit der Musik, die aufgenommen wird und es geht nicht nur um Massenproduktion, sondern jeder einzelne Beitrag soll die Herzen der Zuhörer berühren.
Ich beschließe das Musikteam in Ruhe weiterarbeiten zu lassen und kuschele mich in meine Jacke, bevor ich wieder in den Sturm hinausgehe. Auf dem steilen Weg bergauf, denke ich an den kleinen Eindruck von ihrer Arbeit, und spüre, dass ich mich besonderes darauf freue, das fertige Lied zu hören, besonders jetzt, als mir der Inhalt und die Arbeit die dahintersteckt, bewusst ist.