Gott sah das wahrheit-suchende Herz

Gott sah das wahrheit-suchende Herz

Geschrieben von: Torbjørn Skutle | Veröffentlicht: Mittwoch, 31. März 2010

Allister Garth Cousins war nicht mit dem Christentum zufrieden, das er in seiner Kindheit erlebte. Als 20-Jähriger begann er deshalb bewusst nach wahrem und echten Christentum und Sieg über Sünde zu suchen.

Etwa eine Stunde von Johannesburg in Süd-Afrika entfernt, liegt die Industriestadt Vanderbijlpark. Hier treffe ich Allister. Wir lassen uns drinnen nieder, denn draußen ergießt sich ein Donnerwetter über der Stadt. Allister ist 26 Jahre alt, wohnt in Johannesburg und arbeitet dort als grafischer Designer für eine Werbeagentur.

„Ich wuchs in einem ruhigen und friedlichen Vorort von Johannesburg auf, zusammen mit meiner Mutter, meinem Vater und meinem Bruder“, beginnt Allister zögernd. „Es gibt also Orte in der berüchtigten Millionenstadt, die nicht nennenswert kriminell belastet sind“, schießt es mir durch den Kopf.

Gott, wenn es dich dort draußen irgendwo gibt, musst du mein Leben retten

In seiner Kindheit ging er in die Sonntagsschule. Dank seiner Mutter war er auch als Teenager ein treuer Kirchgänger. Im Alter von 21 Jahren ging er in eine Freikirche. Allister hatte immer ein bewusstes Verhältnis zu richtig und falsch, aber erst jetzt entschloss er sich dazu, als Christ zu leben.

„Gott, wenn es dich dort draußen irgendwo gibt, musst du mein Leben retten“, war ein Gebet, dass nach und nach in seinem Herzen Gestalt annahm.

Nach der Highschool verspürte er ein Sehnen, nicht länger wie zuvor zu leben. Er verstand, dass das Leben als Christ ihm mehr abverlangte, und kam nach und nach ganz natürlich zu einem Bruch mit alten Freunden. „Außerdem wollten sie nicht mehr so viel mit mir zu tun haben, weil ich ja die ganze Zeit nur von Gott sprach“, erinnert sich Allister mit einem Lächeln um den Mund und mit einem belustigten Flackern im Auge. „Wir sind eigentlich nicht Freunde, also, wirkliche Freunde.“ „Wenn ich nicht dabei bin tust du Dinge, die du nicht tun würdest, wenn ich dabei wäre“, sagte Allister einmal zu einem seiner Kameraden. Er macht eine kurze Pause, bevor er fortsetzt: „Zwischen uns gab es keine offene und aufrichtige Freundschaft.“

Nach und nach entstand in ihm das Verlangen, mit der Sünde aufzuhören, von der er sich gebunden fühlte. Ohne Glauben an Jesus als seinen Vorläufer, fehlte ihm die Kraft dazu. Er hatte keine Lösung, keinen Ausweg aus dem, was sein Gewissen belastete. Er las in der Bibel, dass diejenigen, die Jesus nachfolgen wollen, jeden Tag ihr Kreuz auf sich nehmen und sich selbst verleugnen müssen. „Letztendlich fühlte ich mich wie ein Heuchler“, sagt er. „Ich las in der Bibel, wie Jesus gelebt hat. Ich spürte in meinem Gewissen was richtig und was falsch war, aber konnte ihm nicht folgen.“

Allister ging in den Bibelunterricht seiner Gemeinde. Er erwog Pastor zu werden, denn das taten die, die ganz für Jesus leben wollten. Er griff nach allem was ihm in Reichweite kam, nur um sein Sehnen im Herzen zu stillen.

Als er kurz davor stand, das ganze Christenleben aufzugeben, traf er Arnold. Arnold hatte vor einigen Jahren Geschwister aus der Brunstad Christian Church (deutsch: Die Christliche Gemeinde) kennen gelernt und wohnte mit seiner Familie in Kappstadt.

Allister begann in eine neue freikirchliche Versammlung zu gehen. Dort wurde er 2006 eingeladen, an einer Tour nach Israel teilzunehmen. Er war nicht wirklich motiviert und er war sich nicht sicher, ob er wirklich noch ein Christ war. Im Flugzeug fragte ihn jemand, ob er mit ihm den Platz tauschen könne, worauf er an der Seite von Arnold landete. Sie kamen schnell ins Gespräch, was sich als den Anfang eines neuen Lebens für Allister entpuppte.

„Die, die seinen Namen anrufen, werden erlöst“, zitiert Arnold begeistert.
„Ja, ja, das habe ich schon gehört“, dachte Allister bei sich.
„…jeden Tag“, setzte Arnold fort.

Der letzte Kommentar brachte Allisters Gedanken auf Trapp. Er sah den Mann an, an dessen Seite er gelandet war und fragte frei heraus: „Glaubst du, dass man Sieg über Sünde bekommen kann?“ Die Antwort kam ebenso direkt und eindeutig, wie einfach: „Ja!“

Das weitere Gespräch ließ in Allisters Herzen wieder Hoffnung aufkeimen, dass er vielleicht doch nicht länger als Knecht der Sünde leben bräuchte.

Im Laufe der Israeltour konnte er an nicht viel anderes denken, als an das Gespräch im Flugzeug.

Kurz nachdem er nach Hause kam, nahm Arnold wieder Kontakt auf. Er wurde auf einen Arbeitseinsatz der Brunstad Christian Church (deutsch: Die Christliche Gemeinde) in Vanderbijlpark eingeladen. Hier erlebte er etwas, was er so schnell nicht wieder vergessen sollte. Der Anblick einer Schar von arbeitenden Jugendlichen und die gute Atmosphäre, machten großen Eindruck auf ihn. Als er mit verschiedenen Geschwistern sprach, hatten sie alle eine Botschaft zu geben - die gleiche, die er im Flugzeug nach Israel gehört hatte.

„Was gleich beim ersten Mal so großen Eindruck auf mich machte, waren die Einheit und die Menschen, die sich füreinander aufopferten“, erzählt Allister. „Die älteren Brüder setzten sich hin und redeten mit mir. Da wo ich herkam gab es das nicht, es sei denn, man war der Freund des Pastors.

„Ich erinner mich, dass ich dachte, dies muss das Richtige sein. Das muss das sein, was Gott will“, setzt er fort. Er erlebte, dass die Geschwister in einem persönlichen Kampf gegen die Sünde standen. Sie waren nicht daran interessiert, so viele „Mitglieder“ wie möglich zu gewinnen. Diese Menschen waren an dem Leben interessiert, nach dem er sich so lange gesehnt hatte.

Nach diesem ersten Kontakt mit den Geschwistern der Brunstad Christian Church (deutsch: Die Christliche Gemeinde) folgten weitere Besuche bei verschiedenen Geschwistern. Er nahm auch an einer Tour nach Kappstadt teil. Alles was er sah und erlebte hatte eine Auswirkung. Nach den Versammlungen gingen die Leute nicht sofort nach Hause. Sie hatten Gemeinschaft, was er nie zuvor erlebt hatte.

Er erinnert sich daran, dass er einige der Geschwister zusammen mit einem Freund besuchte. Sein Freund verstand, dass es viel Gutes bei Allisters neuen Freunden gab, aber er war trotzdem nicht ganz überzeugt. „Wenn ich nicht nach Vanderbijlpark fahre, was ist das zweitbeste?“, fragte er Allister deshalb. „Es gibt nichts anderes – das ist das Richtige“, war die Antwort, die er bekam.

Nach dem ersten Kontakt mit den Geschwistern setzte Allister trotzdem eine Weile mit dem Bibelunterricht fort, zu dem er bereits eine Weile gegangen war. Er versuchte das zu vermitteln, was Gott in seinem Herzen wirkte. Aber er spürte, dass er mit seinem eigenen Leben noch nicht so weit gekommen war. Das brachte ihn in Not. Er brauchte Hilfe. „In den Versammlungen der Brunstad Christian Church (deutsch: Die Christliche Gemeinde) fühlte ich mich ganz entblößt. Ich wollte beinahe nicht anwesend sein“, sagte er.
Trotzdem spürte er, dass diese Verkündigung die Hilfe war, die er so dringend brauchte. Hier bekam er Hilfe, um zu einem Leben in Verwandlung zu kommen. Das Evangelium, täglich sein Kreuz aufzunehmen, um Jesus nachzufolgen, konnte dennoch sein Sehnen stillen, das er die letzten Jahre mit sich herumgetragen hatte.

Zu Hause erzählte Allister von der Hilfe, die er für sein Leben bekommen hatte. Sowohl seine Mutter als auch sein Bruder wurden von dem was sie sahen und hörten ergriffen, und beide sind zum Glauben an dasselbe Leben gekommen.

Jetzt nimmt Allister aktiv am Gemeindeleben teil und ist unglaublich dankbar für die Gnade, die über sein Leben gekommen ist.

Gott sah das Wahrheit liebende Herz unter Millionen von Mennschen.