Ich landete in Dingen, die ich früher nie angefasst hätte! Es wurde finster für mich, und die Verzweiflung war stärker als je zuvor. Es erschreckte mich, dass ich mich weit entfernt von dem entwickelte, wie ich sein wollte.
Ich wuchs in einem sicheren und offenen Heim auf, mit Eltern, die immer für mich da waren und Fürsorge hatten. Meine Mutter sang jeden Abend: ”Lieber Gott, mir geht es gut – danke für alles, was ich bekommen habe.” In der Kirche wurde ich getauft und konfirmiert und ging zum Kindergottesdienst. Ich betete zu Gott und träumte davon, in seinem Paradies zu leben, so wie ich es mir in meinen kindlichen Gedanken vorstellen konnte.
Haschen nach Wind - In den Teenagerjahren war ich aber so wie jeder andere Jugendliche: neugierig, abenteuerlustig, eigenwillig und egoistisch. Es erreichte mich nicht viel in der Oppositionshaltung, in der ich mich immer befand. Ich hatte viele Freunde, es ging mir in der Schule gut, und ich empfand nie, dass mir zu Hause etwas mangelte. Aber zeitweise merkte ich eine Leere, Einsamkeit und Verzweiflung darüber, nirgendwo hinzugehören, wenn ich an die Gesellschaft und die Zeit dachte, in der wir lebten. Ich fragte mich oft, ob ich zur falschen Zeit geboren worden war oder ob es die Zeit wäre, in der vieles in die Irre ging! Warum konnten es die Menschen nicht schaffen, die Probleme und Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die so vieles zerstörte?
Ich richtete viele Fragen an die Menschen um mich in der Schule: Warum Armut? Warum Hunger? Warum haben wir nicht mehr zu geben? Sind wir so zynisch, dass wir aufgeben und es uns nicht kümmert? Ich glaubte an einen Gott, aber wo war er in der Welt? Hatte er uns verlassen, oder haben wir ihn verlassen?
Ich glaubte an einen Gott, aber wo war er in der Welt? Hatte er uns verlassen, oder haben wir ihn verlassen?
Ich weinte oft, wenn ich allein war.
Trotzdem ging das Leben weiter. Ich lebte Stolz darauf, dass ich mein Leben gut meisterte, in der Schule, auf der Arbeit und auch sozial. Ich hatte schnell starke Ansichten darüber, wie alles sein sollte. Ich unterhielt mich gerne und hinterfragte Dinge, die wir durch die Schule und die Medien gelernt hatten. Aber die Leere und die Frustration kamen immer wieder zu mir zurück. Ich weinte oft, wenn ich allein war, und empfand, dass dem Leben der Sinn fehlt. Warum konnte ich nicht einfach ruhig das Leben leben?
Mit 19 zog ich in eine andere Stadt, um zu studieren und neue Impulse zu bekommen. Jetzt hatte ich mich entschlossen, nicht mehr zu weinen. Ich füllte die ganze Zeit und meine Ohren mit Musik, um den Gedanken und Gefühlen zu entgehen, die mich beschwerten.
Nach einer Zeit hörte die innere Unruhe auf, aber gleichzeitig verschwand auch die innere Stimme des Gewissens. Das führte mich in schlimme Verhältnisse, und ich landete in Dingen, die ich früher nie angefasst hätte! Es wurde finster für mich, und die Verzweiflung war stärker als je zuvor. Es erschreckte mich, dass ich mich weit entfernt von dem entwickelte, wie ich sein wollte.
Es erschreckte mich, dass ich mich weit entfernt von dem entwickelte, wie ich sein wollte.
Ich brach alle Kontakte mit Freunden ab und machte alleine lange Spaziergänge am Meer. Ich grub tief in mir selbst, um zu mir zurückzufinden und zu dem Leben, dass ich gerne führen wollte. Ich musste mich ganz verändern, aber wie?
”Ich habe Jesus verleugnet!”
... bis eines Nachts in einem merkwürdigen Traum in einer alten abgenutzten Steinkirche: Alles war grau, und die Menschen um mich herum waren unruhig. Der Boden unter uns fing an zu beben, und Furcht ergriff mich. Ich hatte starkes Herzklopfen, und starke Winde fuhren durch meinen Körper. Dann wurde ich mit den anderen Leuten auf den Boden geworfen. Wir waren kniend wie festgeleimt, außer Stande uns durch die starken Erschütterungen zu erheben. Hinter mir flüsterte eine ältere Frau, dass Jesus kommen sollte. Ich bemühte mich mehrere Male, den Kopf zu heben, um zu sehen ... Als die schweren Türen hinter uns aufgingen, erhob ich meinen Kopf und konnte einen Teil einer Hand und eines Umhangs sehen. ” War er das!?”, dachte ich. Dann schlugen die Türen wieder zu. ” Er kommt in drei Tagen wieder”, flüsterte die Frau.
”Ich habe Jesus verleugnet!” Diese Worte brannten in mir. Ich erwachte mit einer enormen Furcht! Das war kein gewöhnlicher Traum. Der Körper war vor Erschöpfung gelähmt durch den Kampf, der in mir stattgefunden hat.
”Was war es, dass sie hatten?”
Nur wenige Tage später hörte ich von einer guten Freundin in der Schule. Sie hatte gehört, dass ich in Tønsberg wohnte. Sie lud mich nach Brunstad ein, wo sie zusammen mit 400 Jugendlichen aus der ganzen Welt freiwillig ein Jahr arbeitete. Dort erlebte ich Jugendliche, die eine echte Güte, Freude und Reinheit ausstrahlten, als wir zusammen waren – das reichte schon, um davon ergriffen zu werden.
Dort erlebte ich Jugendliche, die eine echte Güte, Freude und Reinheit ausstrahlten, als wir zusammen waren – das reichte schon, um davon ergriffen zu werden.
Ich hatte nie etwas Vergleichbares erlebt! Ich merkte wieder eine starke Sehnsucht im Herzen. Was war es, was sie hatten? Meine Freundin erzählte mir mit einfachen Worten: ”Wir arbeiten jeden Tag daran, bessere Menschen zu werden.” Sie sprach weiter davon, sich gegen den Zeitgeist zu entwickeln, anstatt sich davon treiben zu lassen. – Das brauchte ich! Das wollte ich!
Zu Beginn war ich dem skeptisch gegenüber, einer Gruppe oder Gemeinde anzugehören. Ein Jahr lang las ich allein für mich die Bibel und die Schriften, die ich bekam. Niemand zog mich zu den Versammlungen, aber ich war so ergriffen, und mein Herz brannte danach, mehr zu hören und zu lernen. Ich spürte, ich musste mit gläubigen Menschen zusammen sein. Deshalb suchte ich mehr und mehr diejenigen auf, die ich von Brunstad Christian Church kannte, und auch die Versammlungen. Ohne zu wissen, was die Zukunft bringen wird, verspürte ich eine enorme Freude! Darin will ich leben – hier gehöre ich hin!
Meine Sehnsucht wurde verwandelt, indem ich mehr und mehr lernte, von dem Egoismus, der Undankbarkeit, den bösen Gedanken, dem Neid und Geiz frei zu werden – hin zu mehr Liebe, mehr Geduld, mehr Dankbarkeit – ja hin zu Gottes eigener Natur! Ich kann unmöglich die ganze Welt verändern – aber ich kann jeden Tag zu meiner Erlösung nutzen und selbst verwandelt werden.
Ich kann unmöglich die ganze Welt verändern – aber ich kann jeden Tag zu meiner Erlösung nutzen und selbst verwandelt werden.
Nach und nach machte ich die Erfahrung, dass dieses Leben auch ein Kampf ist, und zu Beginn gab es viele Niederlagen. Die Wogen der Sorgen und Anklagen, die abends über mich kamen, wollten mich in Finsternis und Verzweiflung bringen. Die Menschen, die ich um mich sah, strahlten von einem Leben in Gott. Meine größte Hoffnung war, dass es auch für mich möglich war, zu einem siegreichen Leben zu kommen – ein Leben, dass Gott in seinem Dienst auf Erden benutzen kann - nichts ist größer als das! Selbst wenn ich mich selbst als ganz und gar unwürdig für dieses Leben ansah, war doch eine schmerzliche Not für eine neue Zeit in meinem Herzen, in der ich einmal dabei sein konnte, jede Träne bei all den Menschen abzuwischen, die wegen der Bosheit und Sünden anderer leiden müssen.
Ich erlebte, dass Gottes Wort wahr ist!
Heute sehe ich, dass eine große Gnade über meinem Leben gewesen ist. Gott hat mir die ganze Zeit Menschen und Verhältnisse gegeben, damit ich zu diesem Leben kommen sollte. Die weitere Entwicklung hängt ganz und gar von meiner eigenen Treue ab, die Wahrheit durchzuführen, die ich bekommen habe. Er weiß, was ich brauche, und das gibt er mir.
Ich bin für alle Worte des Glaubens sehr dankbar, die mich gestärkt und mich auf dem Weg des Glaubens vorwärts getrieben haben. In Erfolg und Widerstand, bei Krankheit und Gesundheit, in engen Zeiten und Zeiten überfließenden Segens, ja in allen Dingen habe ich erlebt, dass Gottes Wort wahr ist! – Ein enormer Reichtum in allen Dingen!
Ich, der ich über die Gesellschaft, die Zeit und die Welt verzweifelt war, habe eine Gemeinschaft im Glauben mit Freunden aus der ganzen Welt erleben können! Gott hat mich sehr auf allerlei Weise gesegnet.
In der Hand des Herrn ist alles so, wie es sein sollte! – Wenn ich das glaube, verspüre ich, dass alle Unruhe verschwindet und es unmöglich ist, nicht glücklich zu sein!