Blumen vor der Kathedrale in Oslo nach den Terroranschlägen. Foto: Henrik Lied, Wikimedia Commons
Blumen vor der Kathedrale in Oslo nach den Terroranschlägen. Foto: Henrik Lied, Wikimedia Commons

Etwas, das ich tun kann

Geschrieben von: Bessie Wong | Ort: Oslo, Norwegen | Veröffentlicht: Donnerstag, 11. August 2011

Der Bombenanschlag und die Tragödie auf der Insel in Norwegen im Juli 2011 waren über eine Woche her, als ich in Bergen war, um Blumen abzulegen und eine Kerze zum Gedenken an die Opfer, anzuzünden.

Still stand ich da, zusammen mit vielen Teilnehmern, voll mit Gefühlen – Schock, Traurigkeit und vielleicht sogar mit Wut – es war schwierig zu beschreiben. In Gedanken sah ich ständig die Gesichter der Opfer vor mir – einige in meinem Alter, andere noch jünger. Ich schloss die Augen und bat für die Überlebenden und für die Familien der Opfer.

„Ich wünschte, es gibt etwas, was ich tun könnte“, dachte ich in meiner Trauer, als ein Satz aus Johannes 3, 16 in meinen Sinn kam: „So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab.“ Aber was bedeutet das für mich? Was kann ich tun?

„Du bist das Licht der Welt.“ Ich erinnerte mich, was Jesus zu seinen Jüngern sagte – denen die im folgten und sein Leben lebten. Er war das Licht der Welt, von ihm strahlte Wärme und Güte. Er gab denen, die es benötigten Heilung, Frieden und Freude. Er wies den Menschen den Weg des Lebens – Er war das Beste, das Gott der Menschheit geben konnte.

Dadurch, dass ich ein Licht Christi werde, kann ich ein Teil von Gottes Liebe zu dieser Welt werden.

Ich sehe ein, dass das ist, was ich tun kann: Ein Licht zu sein, wie Jesus es war, Christi Leben durch mein Leben zu zeigen – das Beste was Gott der Menschheit geben konnte. Ich brauche nicht vor vielen tausend Menschen Reden halten, oder Wunder vollbringen, aber seine Güte, Langmütigkeit, Liebe und die Weise wie er sein Leben für andere gab, das soll aus meinen Leben hervorstrahlen. Das bedeutet, dass ich alle, denen ich begegne, mit Güte behandeln muss, obwohl es gegen meine menschliche Natur geht. Dann opfere ich meinen eigenen Willen, so wie Jesus es tat, und werde ein Licht.

Ein Licht zu werden bedeutet, dass ich Gottes Weisheit lerne, dadurch, dass ich Gottes Befehlen gehorsam bin, so dass ich gute und hilfreiche Worte habe, für die, die diese brauchen. Das bedeutet, dass ich lerne, Gottes Willen durch die Stimme des Heiligen Geistes zu hören, so dass er mich so gebrauchen kann, wie er will.

„So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab.“ Ich kann ein Teil werden von Gottes Liebe zu dieser Welt, dadurch, dass ich ein Licht Christi werde. Das ist ein Licht, welches anderen Hilfe und Wegleitung gibt – zur Güte, zu Gott. Es lädt sie ein, selbst ein Licht in Gottes ewigem Reich zu werden. Kann ich etwas Besseres als das tun?

„Gott hilf mir, ein Licht in dieser Welt zu werden.“ Ich sprach mein letztes Gebet bevor ich das Blumenmeer verließ. Ich fühlte, dass ich eine Antwort bekommen hatte. Das ist etwas, was ich tun kann, als ganz normaler Mensch auf dieser Welt, als ganz normaler Bürger in diesem Land und als Christ.