Im Kampf für den Herrn!

Im Kampf für den Herrn!

Geschrieben von: Eunice Ng | Ort: Singapore | Veröffentlicht: Freitag, 10. Dezember 2010

”Steh auf! Schnell! Lauf zu den Bäumen!” Schwere, nasse Stiefel kämpfen sich durch dicken Schlamm. Schon vier Tage ging es so. „Noch einmal, du kannst es schaffen. Nur noch zwei Tage! Halte aus!“

Es ist der Beginn einer neuen Woche, und tausende 18– bis 20- Jährige von ganz Singapore nehmen ihre glänzenden Stiefel in Empfang, bekommen makellose Uniformen und machen sich bereit für eine neue Woche im Militärdienst. Der 20-jährige Benjamin Lim ist keine Ausnahme. Dies ist seine erste Woche als Zivilist.

Ich treffe Benjamin in einem Café, gefüllt mit geschäftigen Büroarbeitern, die auf die erste Tasse Kaffee des Tages warten. Er setzt sich bequem ins Sofa, mit einem entspannten Lächeln im Gesicht.

„Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht recht was mich erwartet. Ich kann nicht sagen, dass ich mich freute. Ich wusste, es wird sehr hart und eigentlich hoffte ich, irgendwie durchzukommen“, erzählt er.

Obwohl bekannt für seine humorvolle Art, redet Benjamin jetzt ernst. „In der Armee scherzen wir darüber, dass wir für einen Krieg trainieren, in dem wir nie kämpfen werden. Es ist schwer einen Sinn zu finden, in dem was man tut, wenn man kein Ziel hat, auf das man hinarbeitet.

Aber dieser 20-Jährige sagt voller Überzeugung, dass er ein bestimmtes Ziel im Leben hat.

Eine andere Armee

Benjamin erzählt, dass er auch in einem anderen Heer dient. In einem, dass nicht fordert, dass er eine Uniform tragen oder er in schlammigen Gräbern umher krabbeln soll. Er sagt, dass er ein Soldat in des Herren Armee ist.

„Christentum ist Krieg. Es ist ein fortwährender Kampf gegen alle negativen Gedanken, Mutlosigkeit und andere Dinge, die in mir wohnen, die Gott nicht behagen.“

„Ein Soldat in der Armee des Herrn zu sein, ist unglaublich hoffnungsvoll. Du weißt, dass dich am Ende die Krone erwartet,“ sagt er und zeigt auf den Vers in Jakobus 1,12. „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.“

"Macht wird in Machtlosigkeit ausgeübt"

 

Benjamin beschreibt die Militärzeit als ”eine sehr harte Zeit”: Das Training beinhaltete auch das Testen von Charakter und Ausdauer. Die Truppe wurde um 02:00 Uhr in der Nacht für Übungen geweckt, oder um eine lange Runde mit schweren Säcken auf dem Rücken zu laufen um die physische Form zu verbessern.

Sechs Tage im Wald, das war die größte Herausforderung für mich, erinnert sich Benjamin. Dort musste er in einem Loch im Boden leben, gerade groß genug für ihn selbst. „Wir sollten die Verteidigungsposition lernen. Wir schliefen in dem Loch, ob Sonnenschein oder Regen. Es war wie in einem Swimmingpool, wenn es regnete, “ sagt Benjamin mit einem Lächeln.

 

Heute ist es vielleicht eine lustige Erinnerung, aber damals, als er die Übungen durchlebte, als seine physische und mentale Stärke immer wieder geprüft wurde, da hatte Benjamin mit Mutlosigkeit und einem Gefühl von Hoffnungslosigkeit zu kämpfen.

„Jedes Mal, wenn es nicht so gut ging, hielt ich an dem Vers fest in 2. Kor. 12,9. „Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

Jeden Abend fand Benjamin im Gebet Aufmunterung, da dankte er Gott für das was er erlebte und bat um Stärke für den nächsten Tag.
„Die Dinge, die für mich unmöglich wirken, die kann Gott möglich machen. Dann musst du ihm alle Ehre geben. Ich wusste, es war nicht meine eigene Stärke, die mir durch diese harten Zeiten geholfen hat.“

 

Glaube an die Zukunft

Benjamin und ich sind beide still, während wir an das denken, was er gerade gesagt hat. Draußen ist es dunkel, die Regentropfen laufen das große Fenster hinunter vor dem wir sitzen.
Benjamin wendet sich wieder zu mir: „Ich kann der Zukunft mit der Überzeugung entgegensehen, dass Gott wirklich über alles die Kontrolle hat. Er hat bereits einen Plan für mein Leben, und ich brauche nichts zu fürchten.“

Wir verabschieden uns, ich spanne meinen Regenschirm auf und trete in den Regen hinaus. Dabei fiel mir das Lied 409 in der Mandelblüte ein. Das war auch zur großen Hilfe für Benjamin:

Sieh, ein Heer wächst heran und besiegt den Zeitgeist hier.
Ihre Augen sprühn wie Feuer, kampfbereit!
Und im Geiste ihres Herrn, ist ihr scharfes Schwert nie fern.
Bis der Feind ist ganz geschlagen, währt ihr Streit.
Preis Gott! Preis Gott!
Durch die Stärke seiner Macht ich halte stand.
Preis Gott! Preis Gott!
Denn er gab mir eine Waffe in die Hand.
(Mandelblüte, Lied 409)