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Der größte Reichtum

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Der größte Reichtum

In einem Getümmel von Menschen aus verschiedenen Ländern, die Erbauung und Gemeinschaft in dem Missionszentrum der Gemeinde – Brunstad – miteinander teilen, treffe ich Patricia Fenn. Sie steht und spricht mit einer Bekannten. Ihr Gesicht formt sich zu einem strahlenden Lächeln, als sie mich sieht. Zusammen gehen wir an einen Ort, an dem wir ungestört von dem pulsierenden Leben des Missionszentrums sprechen können.

Sie wuchs in Connecticut, USA, in einem katholischen Heim auf. Schon als Zwanzigjährige heiratete sie Gary Fenn, mit dem sie gemeinsam aufwuchs und über viele Jahre zur Schule ging.  

Zusammen fingen sie an, nach mehr Inhalt im Leben zu suchen. Nachdem sie Kinder bekamen – Sarah und Michael – nahmen sie an einem Bibelseminar in New York teil. In New York trafen sie einen Evangelisten der DCG - Der Christlichen Gemeinde -, der Jether Vinson hieß. Nachdem sie ihn kennen lernten, nahm die kleine Familie an einer Konferenz der DCG in Landsdown teil.

„Ich konnte nicht verstehen, woher sie die körperliche und psychische Kraft nahmen, fünf Kinder zu bekommen.

Pats fiel gleich die große Kinderschar der Gemeinde auf, die sie auf der Konferenz sah. „Ich konnte nicht verstehen, woher sie die physische und körperliche Kraft hatten, so viele Kinder zu bekommen“, erinnert sie sich.

Trotzdem war etwas mit diesen Menschen, das zu ihr sprach und sie verstand, dass hier etwas war, was auch sie haben wollte. Für ihren Ehemann Gary war das Treffen mit den Geschwistern in der Gemeinde ein Wendepunkt im Leben. Hier fand er genau das, wonach er gesucht hatte. „Ich habe nicht genau so ein Verlangen wie er gehabt“, gibt Pat ehrlich zu.

In der Woche darauf wünschte Gary, dass sie nach Urbana zögen, um näher bei den Geschwistern zu wohnen. Der Wunsch umzuziehen kam plötzlich und unerwartet für die junge Frau, die immer noch nicht ganz verstand, was ihr eigentlich begegnet war. „Aber ich verstand, dass sie etwas hatten, das ich auch haben wollte, und ich verstand, dass es mit sich brachte, das wir umziehen“, sagt Pat.

Die erste Zeit nach dem Umzug musste Pat sich dem neuen Leben widmen. Obwohl Sie verstand, dass es entscheidend war die Kinder anzunehmen, um nach dem Evangelium leben zu können, kam sie in große Not um ihrer selbst willen. „Ich bat Gott darum, dass er meine Augen öffnen möge“, sagt sie.

Und langsam aber sicher begann Pat anders zu denken. Es begann, als sie einen Vers bekam und daraufhin einen Entschluss fasste. Es war der Vers: „Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt“ (Matt. 10, 30). Da bekam sie großes Vertrauen in Gottes Leitung in ihrem Leben.

„Ich will die Kinder annehmen“, war der Entschluss den sie fasste. Aber dieser Entschluss brachte einen weiteren mit sich. „Als ich mich dazu entschloss, die Kinder anzunehmen, die Gott uns geben wollte, bestimmte ich mich auch dazu, dass sie in den Himmel geführt werden sollten“, erzählt sie.

 Eigentlich habe ich nicht die Geduld und die Liebe, die von einer Mutter gefordert werden.

Die Aufgabe als Mutter von 13 Kindern hat Pat viel im Leben gegeben. „Wenn man an seine Grenzen geführt wird, lernt man Gott kennen“, sagt Pat nachdenklich. Sie hat durch ein langes Leben hindurch, und nicht zuletzt als Mutter, Gott sowohl als Freund als auch als Helfer kennen gelernt. „Eigentlich habe ich nicht die Geduld und die Liebe, die von einer Mutter gefordert werden“, erzählt Pat und berichtet, wie sie ihren Mangel an Güte, Fürsorge und Liebe gesehen hat. „Aber Gott hat mir das Evangelium als eine Lösung gegeben“, bemerkt sie. Durch das Evangelium konnte sie sich entwickeln und gütig, fürsorglich und liebevoll werden.
 

Als Mutter hat sie Dinge erlebt, die nicht leicht waren. „Mamma, ich habe gerade gesehen, wie ein Flugzeug in das Haus nebenan geflogen ist“, sagte ihr Sohn eines Morgens am Telefon. „Ich wusste damals noch nicht, was geschehen war“, erzählt Pat. Aber was der Sohn gerade gesehen hatte, war das zweite Flugzeug, das in das World Trade Center flog; direkt neben seinem eigenen Arbeitsplatz. „Sie entkamen aus dem Gebäude, aber mussten stehen bleiben und mit ansehen, wie Menschen aus den Etagen stürzten. „Es war ein erschütterndes Erlebnis für ihn“, berichtet Pat, die erzählt, dass ihr Sohn nach diesem Ereignis zwei Wochen lang nicht sprach. Ihr Sohn war zu diesem Zeitpunkt nicht gläubig. „Aber das Ereignis brachte ihn in Not“, sagt Pat.

Es sind oft die schwierigsten Perioden, die die wertvollsten sind.


Als sie ihr fünftes Kind bekam, hatte Pat einen schweren Autounfall. „Ich sah den LKW auf mich zukommen“, berichtet Pat. Das Nächste, an was sie sich erinnert war, das zwei Brüder über dem Krankenhausbett standen und für sie beteten. Die junge Mutter wurde bei dem Unfall schwer verletzt und erlitt unter anderem einen Beckenbruch. Dank der Gebete der Brüder dauerte ihre Genesung nicht lange. Pat war viel alleine im Krankenhaus, weil Gary zu Hause auf vier kleine Kinder aufpassen musste. Im Krankenhaus hatte sie viel Zeit für sich selbst und für ihre Gedanken. Sie entwickelte dort ein enges Verhältnis zu Gott, indem sie viel betete und erlebte, dass ihr Verse aus der Bibel zu großer Hilfe wurden. „Es sind oft die schwierigsten Perioden, die die wertvollsten sind“, erklärt Pat und meint, dass man gerade da persönliche Hilfe von Gott bekommt, die man später anderen weitergeben kann
 


Als Person ist Pat aktiv und treibt lieber Sport, anstatt ruhig zu sitzen und mit den Händen zu arbeiten. „Es war gut, dass wir neun Jungen bekamen“, lacht Pat und erzählt von Baseballspielen mit den Jungen. „Es machte Spaß, als ich sie noch schlagen konnte“, sagt Pat. Im Alter von 57 Jahren klappt es mit dem Baseball nicht mehr ganz so gut, aber sie ist viel mit den 16 Enkelkindern zusammen, die regelmäßig bei ihr vorbeikommen.


Der Entschluss, die Kinder anzunehmen, war der schwierigste, den Pat gefasst hat, aber er entwickelte sich auch zum größten Reichtum für sie. Jetzt hat sie 13 erwachsene Kinde und rund 16 Enkelkinder. „Die Kinder sind mir zum großen Segen und Freude gewesen“, sagt sie.
Die Familie beschreibt Pat als fürsorgliche, gute und warmherzige Mutter. Immer noch kämpft Pat dafür, dass alle Kinder für den Himmel bewahrt bleiben. „Einige waren für eine Zeit nicht mehr in der Gemeinde und kamen dann wieder zurück“, erzählt Pat. Aber wenn sie zurückkamen, kamen sie mit einem neuen Herzen und einem neuen Sinn. „Es ist ein Wunder, das nur Gott tun konnte“, fügt sie hinzu.


Ihr täglicher Kampf besteht jetzt darin, für die Kinder zu beten und es für diejenigen schön zu machen, die sie um sich hat. Sie schließt damit, einen Vers aus 3. Johannes 1, 4 zu zitieren: „Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit leben.“
 

 

Geschrieben von
Tove Rebekka Johnsen
Datum
Dezember 2009
verbunden mit
Familienleben
Liebe
liebe gottes
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